Programm zum Antikriegstag

Militarisierung der Gesellschaft, alternativlos?

Die rasant wachsende Präsenz der Bundeswehr in weiten Bereichen der Gesellschaft, insbesondere dort, wo sie um junge Menschen werben kann, z. B. in Schulen, unterstützt von Kooperationsvereinbarungen mit dem Kultusministerien, erscheint alarmierend. Wir reden über Alternativen und Handlungskonzepte, die insbesondere auch von LehrerInnen in der Alltagspraxis genutzt werden können. Als Referenten haben wir Maike Wiedwald vom GEWLandesvorstand und Wolfgang Buff von der evangelischen Kirche Hessen-Nassau gewonnen.
Termin: 1. Oktober, 18 Uhr Ort: Kaufmännische Schulen Marburg, Leopold-Lucas Straße.

Antikriegstag und Programm des FPAK Kopie-page-001 Antikriegstag und Programm des FPAK Kopie-page-002

Politikfaktor Rüstungsexport

Informations- und Diskussionsveranstaltung

Politikfaktor Rüstungsexport

Mittwoch, 3. September 2014, 19:00 Uhr
DGB Haus Marburg, Bahnhofstr. 6

Ob Krieg gegen Gaza, ob Separationstendenzen in der Ukraine, ob Aufstand in Syrien, Umgang mit Ex-„Freund Ghadafi“ in Libyen – die Liste wäre verlängerbar: Rüstungsexport war und ist ein wichtiger politischer Faktor. Und die deutsche Rolle wird wichtiger.

Der Marburger Friedens- und Konfliktforscher Johannes Maria Becker wird Triebkräfte und Interessen der verschiedenen Akteure Industrie, Staat und Bürger zu beleuchten versuchen.

Ein besonderer Blick wird dabei auf Deutschland gerichtet werden.

Veranstalter: DGB Kreis Marburg-Biedenkopf, Bündnis „Nein Zum Krieg“, Arbeitskreis Marburger WissenschaftlerInnen für Friedens- und Abrüstungsforschung (AMW)

 

Hier der Link zur Facebookveranstaltung: https://www.facebook.com/events/1438399709781685/

 

Lange Lesenacht gegen den Krieg

Veranstaltungshinweis:
Lange Lesenacht gegen den Krieg. (DGB Kreis Marburg-Biedenkopf)
Montag, 1. September 2014, 18:00 Uhr
Marktplatz Marburg/ Oberstadt

2014 jährt sich zum 75. Mal der Beginn des 2. Weltkrieg und zum 100. Mal der Beginn des 1. Weltkriegs. Zwischen 1914 und 1918 starben 10 Millionen Menschen in den Schützengräben. Etwa 20 Millionen kehrten traumatisiert und als Krüppel zurück. Trotz des millionenfachen Leids spielte der Erste Weltkrieg in den bisherigen historischen und politischen Debatten in der Bundesrepublik nur eine untergeordnete Rolle. Jetzt zum 100. Jahrestag des Beginns des Großen Krieges, der später Erster Weltkrieg genannt werden musste, nimmt dieser Krieg in der öffentlichen Wahrnehmung und in den Medien deutlich mehr Raum ein. In den offiziellen Erinnerungsveranstaltungen wird zwar über das Leiden und Sterben berichtet, aber die politischen und ökonomische Interessen der sogenannten Eliten aus Politik und Wirtschaft kommen nicht zur Sprache . Folgerichtig wird nicht erwähnt, dass auf den Schlachtfeldern nicht nur „für Gott, Kaiser und Vaterland“ sondern vor allen Dingen für die Milliardenprofite der großen Rüstungs-, Chemie- und Stahlkonzerne gemordet und gestorben wurde. Kriege brechen nicht aus. Kriege werden gemacht. Und der Erste Weltkrieg wurde von den „Eliten“ in Berlin und Wien gemacht, um bei der Neuverteilung der „Filetstücke des Erdballs ihren Platz an der Sonne“ zu erstreiten. Dies war den Zeitgenossen klar und zahlreiche Dichter und Schriftsteller haben diese Erfahrungen in ihren Werken verarbeitet. Wir möchten Kurt Tucholsky, Berthold Brecht, Erich Mühsam, Erich Kästner und viele andere am Antikriegstag am 1. September wieder zu Wort kommen lassen und laden herzlich zur langen Lesenacht auf den Marburger Marktplatz ein. Wir würden uns freuen, wenn wie bei der letztjährigen langen Tucholsky Lesenacht, wieder viele Menschen ihr persönliches Antikriegsgedicht oder Text vortragen werden.

Vortrag von Dr. Olga Kamoruao

Am 24.03.2014 (20:00 Uhr) wird Dr. Olga Kamoruao zum Thema: „Namibia: Geschichte und Gegenwart einer ehemaligen deutschen Kolonie“ im Marburger Weltladen sprechen.

Veranstalter:

Namibia-Soligruppe Marburg in Gründung, Weltladen Marburg, Marburger Forum für entwicklungspolitische und interkulturelle Themen in Kooperation mit ARBEIT und LEBEN Marburg (AG von DGB und vhs)

Zum Vortrag:
„Wir wollen niemanden in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne.“ Mit diesen Worten kündigte der Staatssekretär im Auswärtigen Amt und spätere Reichskanzler von Bülow am 06.12.1897 im Reichstag die Hinwendung zum expansiven Kolonialismus an. Zwischen 1884 und 1915 hatte sich das nach Weltmacht strebende Deutsche Reich das heutige Namibia als Kolonie Deutsch-Südwestafrika einverleibt. Als 1904 Herero, Nama, Damara und Ovambo rebellierten, entfesselten die Deutschen den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts, dem fast 100.000 Menschen zum Opfer fielen. Bis heute bekannte sich keine deutsche Regierung zu dem begangenen Genozid – aus Furcht vor staatsrechtlichen und finanziellen Konsequenzen.

Nachdem 2011 im Marburger Stadtteil Bortshausen ein umstrittenes Denkmal für die Marburger Jäger errichtet wurde, die an den kolonialen Verbrechen beteiligt waren, drang diese Nachricht auch nach Namibia. Die Empörung darüber, dass man in Deutschland die begangenen Gräuel vergessen hat, aber die Täter ehrt, während die Folgen in Namibia bis heute allgegenwärtig sind, ist groß. Stammesoberhäupter der Herero und Nama schickten Protestbriefe nach Marburg, die ihre Vertreterin Dr. Olga Kamoruao dem Magistrat übergab.

Am 24.03.2014 wird die promovierte Pädagogin erneut nach Marburg kommen, um einer breiteren Öffentlichkeit über die Geschichte und Gegenwart ihres Landes zu berichten und das Bildungs- und Ausbildungsprojekt Kavitu vorzustellen, für das sie gerade in Berlin wirbt. Ganz in der Nähe des Ortes, an dem Generalleutnant Lothar von Trotha vor über 100 Jahren den Vernichtungsbefehl erteilt hat, soll das Schul- und Berufsausbildungsprojekt für eine endlich freie, aber benachteiligte junge Generation entstehen.

Dr. Olga Kamoruao lehrte an der Namibia-Universität in Windhuk und engagiert sich für die Rechte der Herero. Sie fordert von der deutschen Bundesregierung, den Völkermord an den Herero, Nama, San und anderen Völkern Namibias endlich anzuerkennen und die Nachkommen der Betroffenen für die Verbrechen zu entschädigen.

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Hier findet ihr den Bericht der Oberhessischen Presse zur Veranstaltung.

Herero fordern Rückbau des Kriegerdenkmals in Bortshausen

Wir durften gestern Dr. Olga Karumuao auf unserem Bündnistreffen begrüßen. Sie sprach mit uns über den Genozid an den Herero und Nama, über deren aktuelle Situation und deren Wünsche bzgl. des Kriegerdenkmals in Bortshausen.

Dazu passend, ein Auszug aus einem Artikel aus der Oberhessischen Presse:

„Olga Karumuao ist tief erschüttert. Sie steht neben dem Kriegsdenkmal der Marburger Jäger in Bortshausen – dort wird auch der Jäger gedacht, die zwischen 1904 und 1908 an der Ermordung von Herero, Nama, Okarara und San im damaligen Deutsch-Südwestafrika beteiligt waren. „Würden diese Menschen heute noch leben, würden sie wegen Kriegsverbrechen im Gefängnis sitzen“, ist sich der Gast aus Namibia sicher.“

Marburg bittet um Entschuldigung für das Massaker in Dinon 1914

Auszug aus dem Artikel in der Oberhessischen Presse:

„In Dinant waren im August 1914 mehr als 700 Zivilpersonen durch deutsche Soldaten völkerrechtswidrig ermordet worden. Aktiv daran beteiligt waren auch Soldaten des Jäger-Bataillons Nr. 11, die nur unter dem Namen „Marburger Jäger“ bekannt waren. Die Taten der Marburger Jäger waren auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung detailliert in einer Studie der Geschichtswerkstatt aufgearbeitet worden, die im Frühjahr 2013 vorgestellt worden war. „Die Darstellung der damaligen Gräuel an den Bewohnern Ihrer Stadt hat uns mit Scham erfüllt“, schreibt Vaupel in einem Brief an seinen Amtskollegen Richard Fourneux. Er wolle sich als Oberbürgermeister als Oberbürgermeister heute „bei Ihnen, der Stadt Dinant und den Nachfahren der damaligen Betroffenen entschuldigen“, heißt es in dem Schreiben.“