„Panzer und Raketen – verpulverte Moneten…“

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Der Bundestag wird im November in 2. und 3. Lesung über den künftigen Militärhaushalt (gegenwärtig 38,5 Mrd. Euro) debattieren. Der Entwurf der Ministerin von der Leyen sieht eine Steigerung auf 42,9 Mrd. Euro für 2019 vor. Das ist erst der Einstieg in das von der Nato proklamierte Ziel, 2 % des Bruttoinlandsprodukts fürs Militär zur Verfügung zu stellen. Die bis 2025 vorgesehenen Steigerungen summieren sich auf zusätzliche 91,01 Mrd. Euro!

Wozu die Aufrüstung? Von wem wird unser Land bedroht?

Wozu braucht die Bundeswehr ein „neues Fähigkeitsprofil“?

Haben Militäreinsätze die Welt sicherer gemacht?

Sind sie nicht eher Ursache von Elend, Hunger, Vertreibung und Flucht?

Wem nützt die Beteiligung an einem neuen Kalten Krieg?

Die Rüstungskonzerne reiben sich die Hände, Truppenausrüster und Waffenschmieden stehen in den Startlöchern. Soziale Aufgaben sind unterfinanziert. Einige wenige Beispiele:

Tausende marode Schulgebäude warten auf Sanierung, den Kommunen fehlt das Geld!

In den Bildungseinrichtungen, Kitas, Schulen, Unis fehlen hunderttausende Fachkräfte!

Personalmangel in Kliniken und der Altenpflege: Die Kolleg*innen arbeiten am Anschlag!

Mit der geplanten Ausweitung der Militärausgaben würde nicht nur enorm viel Geld verbrannt, das uns dringend fehlt. Die angekündigte Aufrüstung ist auch Teil einer verfehlten und gefährlichen Politik, die zur weiteren Destabilisierung in Europa und Konfrontation gegen Russland führen würde. Wir brauchen aber eine Politik, die faire Beziehungen, Entspannung und Friedenssicherung zum Ziel hat, nicht die Steigerung von Vernichtungspotential!

Abrüsten statt aufrüsten ist das Gebot der Stunde!

Wir appellieren an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags:

Wirken Sie mit an einer Sicherheitspolitik der gegenseitigen Abrüstung!

Sorgen Sie dafür, dass nicht die Militärausgaben erhöht werden, sondern die Mittel für eine zukunftsfähige Infrastruktur,

insbesondere für Bildung, bezahlbares Wohnen, Pflege bedürftiger Menschen und für einen sozialverträglichen ökologischen Umbau unseres Landes!

Rüstungshaushalt bis 2025:

Quelle: Fähigkeitsprofil der Bundeswehr (nach Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.)

Seit Februar haben in Marburg uns fast 2.000 Menschen ihre Unterschriften gegeben für den Appell: Abrüsten statt Aufrüsten! Bitte unterstützen Sie diesen Appell!

Verantw.: Friedenspolitischer Gesprächskreis im DGB Marburg-Biedenkopf / Bündnis Nein zum Krieg

Marburger Friedensbewegung begrüßt Entscheidung für Gedenkinstallation „Verblendung“ im Schülerpark“ – Kritik an mangelnder Aufarbeitungsbereitschaft der Jägerkameraden

Erklärung des friedenspolitischen Gesprächskreis des DGB und des Bündnis „Nein zum Krieg“

„Mit ihren öffentlichen Äußerungen (O.P. v. 12.6.18) belegen Vertreter der Kameradschaft Marburger Jäger abermals, dass sie trotz aller öffentlichen Diskussionen und Aufarbeitungsbemühungen seitens der Stadtgesellschaft nicht bereit sind, sich kritisch mit den Untaten auseinanderzusetzen, die von der Militäreinheit Marburger Jäger im 19. und 20. Jahrhundert begangen worden sind. Wie die Geschichtswerkstatt erforscht hat, war sie beteiligt an der Zerschlagung der Pariser Commune 1871, der Niederschlagung des „Boxer-Aufstandes“ in China 1900/01, am Völkermord an den Herero und Nama in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika 1904-1907, heute Namibia, am Massaker an der Zivilbevölkerung im belgischen Dinant 1914 und der Erschießung demonstrierende Arbeiter im schlesischen Königshütte 1919.

Die Geschichte der Stadt Marburg, jahrzehntelang Garnisonsstandort, verpflichtet zu öffentlicher Aufarbeitung von Gewalttaten, Kriegsverbrechen, Militarismus und Krieg. Das Jägerdenkmal im Schülerpark, in den 1920er Jahren errichtet, um die Untaten der Jäger zu glorifizieren und jüngere Generationen auf Krieg und Revanche einzuschwören, ist der geeignete Ort für eine Gedenkinstallation, die sich kritisch mit der Jägergeschichte auseinandersetzt. Ein solches Denkmal ist ein weiterer und besonderer Schritt in den Bemühungen der Stadt, die dunklen Seiten der Stadtgeschichte aufzuarbeiten.

Der von der Jury ausgewählte Entwurf „Verblendung“ von Heiko Hünerkopf setzt die Intention des Stadtparlamentsbeschlusses, in ‚Kommunikation und Konfrontation‘ mit dem Jägerdenkmal im Schülerpark den Opfern der Untaten der „Marburger Jäger“ einen räumlichen Ausdruck zu verleihen und ein sichtbares Zeichen für Frieden und Völkerverständigung zu setzen, überzeugend um. Die Installation ist weithin sichtbar, irritiert, informiert und lädt zu weiterer kritischer Auseinandersetzung ein. Der Titel ‚Verblendung‘ verweist auf die kritisierte Ideologie eines scheinbar unpolitischen Totengedenkens, das in Wahrheit von militaristischem und revanchistischem Denken durchzogen ist.

Der erneute Versuch der Jägerkameraden, sich in der Öffentlichkeit so darzustellen, als wollen sie vermeintlich unpolitisch lediglich alle Kriegstoten betrauern und seien das Opfer einer linken oder sonstigen Verschwörung, ist ein durchschaubares Manöver, das von den Erkenntnissen über die Untaten und verbrecherische Seite der Marburger Jäger sowie von der eigenen problematischen Traditionspflege ablenken soll.“

Für den Friedenspolitischen Gesprächskreis
im DGB Marburg-Biedenkopf / Bündnis Nein zum Krieg

„Kein Werben fürs Sterben“ Hessentag 2018

Foto: Norbert Birkwald dfg-vk-hessen 2017

Die Aktionen haben bereits Tradition siehe auch:

Dfg-vk-hessen

Dieses Jahr im Vorfeld u.a. Schreiben der GEW-Hessen an die Schulleitungen

 

Unsere Teilnahme an den Aktionen am Hessentag in Korbach (31.5.) mit

Der „roten Karte“ beim Hessentag 2018

Die Verteilung unserer Roten Karte werden insgesamt als Erfolg im Rahmen notwendiger kontinuierlicher Bemühungen um Aufklärung durch das Gespräch angesehen.

Radio Unerhört Marburg mit der Sendereihe „Trotzfunk“ brachte eine ausführliche Reportage über unsere Aktion

Die Hessenschau berichtete ab 18:13 (Min:Sek)