siehe auch:
https://antikriegsbuendnismarburg.de/80-jahre-nach-hiroshima-und-nagasaki-06-und-09-08-1945
Archiv der Kategorie: Diskurs
Junge Menschen fühlen sich von politischen Entscheidungen übergangen!
Steht „der Russe“ morgen vor unserer Tür?
Schülerstreik 8.5.2026 – Nein zur Wehrpflicht!
Völkerrechtliche Aspekte des israelisch- palästinensischen Konflikts
Flyer
Referent: Prof. Dr. Norman Paech, Hamburg,
Zeit: Montag, 27. April 2026, 18 h,
Ort: Stadtverordnetensitzungssaal, Barfüßerstr. 50
Weitere Veranstaltungen zum Thema:
Manifest aus dem Iran
Leserbrief zum Artikel „Beitritt zu ‚Mayors for Peace‘ abgelehnt“
Jeder Schritt zum Frieden ist zu begrüßen
Leserbrief zum Artikel „Beitritt zu ‚Mayors for Peace‘ abgelehnt“ vom 12. Februar 2026:
Zunächst gilt unser Dank Götz Schaub, dass er so umfänglich zu dem Kreistagsantrag von „Die Linke“ zum Beitritt des Landkreises Marburg-Biedenkopf in das Internationale Netzwerk der Mayors for Peace in der OP berichtet hat. Dass der Antrag von CDU, SPD, FDP, UWG und AfD abgelehnt wurde, ist sehr bedauerlich.
Jeder Schritt zum Frieden, und mag es nur ein Mosaikstein sein, ist zu begrüßen.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1920 der Völkerbund gegründet. Er hatte das Ziel, in Konfliktfällen zwischen Staaten zu vermitteln und die Einhaltung von Friedensverträgen zu überwachen. Ihm folgte die Gründung der UNO. Die Charta der Vereinten Nationen trat am 26. Oktober 1945 in Kraft, mit dem Ziel: „Wir, die Völker der Vereinten Nationen (sind) … fest entschlossen, künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren …“ Die UNO steht vor einem Reformprozess. Gleichzeitig wird sie weiterhin geschwächt, unter anderem durch die USA, die einen „Friedensrat“ einberufen wollen. Vorsitzender des Friedensrats soll Trump selbst sein.
Es zeigt sich erneut in der Geschichte, dass das Völkerrecht mit Füßen getreten wird. Nicht umsonst haben sich nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg die Länder besonnen, ein Regelwerk zu installieren, das sie vor künftigen Kriegen schützen soll. Nun sind wir geschichtlich wieder in einer Phase der Hochrüstung angelangt, indem deutsche Politiker:innen fordern, sogar eine deutsche Atombombe oder eine europäische Fähigkeit, Atombomben einzusetzen.
Weltweit gibt es über 12.000 Atomwaffen, davon sind über 3.900 sofort einsatzbereit. Die Mayors for Peace haben zum Ziel, „Atomwaffen zu ächten und weltweit abzuschaffen“.
Dass im Antrag der „Linken“ weder „Friede noch Vernunft“ stecke, ist aus meiner Sicht völlig danebengegriffen.
Auch wird damit keine Klientelpolitik betrieben, da es objektiv vernünftig ist, sich gegen Atomwaffen auszusprechen.
Wer auf „Abschreckung“ setzt, leugnet die Gefahr eines Atomwaffenkrieges – wie und durch wen auch immer verursacht.
Die Strategie der militärischen Stärke verbraucht enorme Naturressourcen, die nicht mehr umfänglich vorhanden sind, und sie treibt die Klimakatastrophe noch schneller voran. Wer sich, wie der Landkreis, für klima- und energiepolitische Ziele einsetzt, muss sich auch gegen Atomwaffen einsetzen, alles andere ist eine Farce.
Da können wir nur der SPD gratulieren, dass sie wenigstens zwei Mitglieder im Landkreis hat, die Mayors for Peace sind und die Zeichen der Zeit erkannt haben.
Christa Winter, Marburg
siehe auch:
Mahnung nach 80-jahren – ‚Mayors for Peace‘ Marburg
Michel 2026
Alle Hoffnung ruht auf den Friedensgesprächen
2025_12_02-L.- brief an die OP
Alle Hoffnung ruht auf den Friedensgesprächen (OP vom 02.Dez.2025).
Der von den USA und der Russischen Föderation ausgehandelte 28 Punkte Friedensplan wurde nach Gesprächen mit der Ukraine und der EU auf 19 Punkte reduziert. Der neue 19 Punkte Plan ist noch nicht veröffentlicht. Für die Friedensbewegung ist aus dem 28. Punkte Plan die Nr. 17 eine wichtiges Postulat, die „Verlängerung von Verträgen zur Nichtverbreitung von Kernwaffen und Rüstungskontrolle einschließlich des New Start Vertrags“ der im Februar 2026 endet. Wird dieser Vertrag nicht verlängert, gerät die Produktion und Stationierung weiterer Atomwaffen völlig außer Kontrolle.
In keinem des 28 Punkte Plans ist die Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Deutschland verschriftlicht, dieses Thema steht auch in keinem Zusammenhang mit dem Ukraine Krieg. Die Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen ist schon lange geplant und wurde von den ehemaligen US-Präsidenten Biden und Bundeskanzler Scholz ohne parlamentarische und öffentliche Debatte vereinbart. Demnach befinden sich alle wichtigen Kommando- und Stationierungsorte der geplanten US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland, eine Lastenteilung im NATO-Bündnis ist nicht vorgesehen.
Im Herbst 2026 sollen z.B. in Grafenwöhr in einem der größten Militärstandorten Europas (232 km ²) die Waffen stationiert werden. Die US-Kommandozentrale, die diese Waffengattungen befehligen liegt in Wiesbaden.
Hierbei geht es um 3 US-Waffensysteme, mit einer Anzahl von geschätzten 250 Stück, deren Finanzierung von Deutschland übernommen wird.
Tomahawk mit einer Reichweite von 1.600+ km, die SM-6 1B, Reichweite von 1.600 km, Dark Eagle Reichweite von 2.775+ km (Stückpreis Dark Eagle 41 Mill. Dollar). Hierbei handelt es sich um Hyperschallwaffen, die mit einer 17 fachen Schallgeschwindigkeit (ca. 21.000 km /h) ihr Ziel erreichen, sie sind von Frühwarnsystemen kaum aufzuspüren. Die kurzen Vorwarnzeiten führen bei dieser Stationierung zu einem anhaltenden Alarmzustand in Russland und erhöhen zudem die Gefahr von Fehlalarmen. Deutschland könnte dadurch zu einem Hauptziel eines russischen Präventivschlags werden.
Vielleicht verstehen Sie, warum die Friedensbewegung darauf drängt, auf eine Stationierung der geplanten US Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu verzichten. Dazu bietet der „Berliner Appell“ noch die Möglichkeit: „Gegen neue Mittelstreckenwaffen“ mit einer Unterschrift zu protestieren und damit die Notwendigkeit von Verhandlungen zu dokumentieren.
Christa Winter
Marburg










