Filmvorführung DIE PAZIFISTIN

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März präsentieren die Frauen im Marburger Bündnis „Nein zum Krieg!“ den Dokumentarfilm „DIE PAZIFISTIN“ über das Leben und Wirken von Gertrud Woker, Kämpferin für Frieden und Gleichberechtigung, an zwei Terminen im Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Der erste Termin findet in Marburg am 11. März um 19.00 Uhr im Lichtspielhaus Capitol in der Biegenstraße 8 in Zusammenarbeit mit dem Gleichberechtigungsreferat der Universitätsstadt Marburg statt.

Der zweite Termin wird in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbüro des Landkreises Marburg-Biedenkopf im Dorfgemeinschaftshaus (DGH), Dorfstraße 2, in Niederwetter am 14. März um 19.15 Uhr stattfinden.

Gertrud Woker wurde zu Unrecht aus dem historischen Gedächtnis gestrichen: Sie setzte sich als eine der ersten Professorinnen Europas beharrlich für Frauenrechte und Frieden ein. Geschlechterdiskriminierung und Kriegstreibereien zum Trotz forderte sie Konventionen ihrer Epoche heraus und wurde zu einer Inspiration selbstbestimmter Frauen, dazumal wie heute.

Der animierte Dokumentarfilm DIE PAZIFISTIN erzählt collagenhaft das Leben und ihre Errungenschaft dieser faszinierenden Frau. Durch Tagebucheinträge, wissenschaftliche Berichte und Gedichte von Gertrud Woker selbst, berührt der Film durch Nahbarkeit und Ehrlichkeit. DIE PAZIFISTIN ist gleichermassen biografisch wie auch eine Dokumentation des damaligen Zeitgeschehens und beleuchtet dieses aus der Perspektive einer mutigen Frau, die zu Lebzeiten nicht zum Schweigen gebracht werden konnte.

Ein Film von Fabian Chiquet & Matthias Affolter | MIT: Franziska Rogger, Gerit Von Leitner, Martin Woker | GERTRUD WOKERS STIMME: Dodo Hug | MUSIK & SOUNDDESIGN: Victor Moser | KAMERA: Gregor Brändli |

In der deutschen Ausgabe der Wikipedia steht in dem Artikel über Gertrud Woker im Abschnitt „Würdigung“:

1928 wurde Gertrud Woker von Elga Kern im Buch Führende Frauen Europas gefeiert, wo ihre Autobiographie neben berühmten Frauen wie Selma Lagerlöf, Maria Waser oder Käthe Kollwitz erschien. Ein Jahr später konnte sie sich im Buch Schweizer Frau der Tat vorstellen. Auch in der Frauenpresse war Woker bekannt. 1944 machte die Sie + Er und vier Jahre später Meyers Frauenmodeblatt auf die hoch geachtete Leiterin des Labors für physikalische und chemische Biologie aufmerksam. Später durfte sie kleine Ehrungen im Frauenstimmrechtsverein und in der Berner Chemischen Gesellschaft entgegennehmen.

Die Freude, eine Strasse nach ihr benannt zu sehen, erlebte sie nicht mehr. Erst Ende 1981 wurde auf Anregung der frauenpolitisch engagierten Zahnärztin Hedy Hug-Rüegger und dank Vermittlung der damaligen Berner Baudirektorin Ruth Geiser-Im Obersteg ein Teil der Bühlstrasse in Gertrud-Woker-Strasse umbenannt. Auch in Düsseldorf ist eine Strasse nach ihr benannt.