Bundesweiter Schulstreik gegen die Wehrpflicht 5.3.2026

 

 

 

 


siehe auch: https://dfg-vk.de/

2026_Flyer_KDV-fuer-Zivilisten

… Ein Freiburger Schüler muss wegen Beleidigung vor Gericht, weil er sich kritisch zu einer Bundeswehr-Informationsveranstaltung an seiner Schule äußerte und den zuständigen Jugendoffizier mit einem bekannten Neonazi verglichen haben soll …

Alex: Ich weiß nicht, wie genau der das verfasst hat, natürlich sollte man da jetzt nichts sehr Beleidigendes sagen, aber im Endeffekt ist es ein Twitter-Post und man muss damit leben können, dass Leute auf Twitter ihre Meinung sagen und dass Leute auch beleidigt werden. Also man sollte da drüberstehen. Gerade ein Offizier, jemand, der mächtiger ist als der Schüler. Das ist ja, als wenn da jemand sagt, ich muss diesen Schüler anzeigen, weil ich Angst davor habe, dass diese Meinung sich verbreiten könnte, davon halte ich gar nichts. Ja, ich meine man hätte ja mit dem auch sprechen können. Es gibt ja viel weniger radikale Wege, das zu klären.

Lasse: Viele aus unserem Bündnis haben Angst vor Repressionen. Ich habe mich im Vorhinein auch rechtlich beraten lassen. Schulische Konsequenzen gegen einzelne von uns wegen dem Verteilen von Flugblättern stehen im Raum. Die Schulleitungen geben sich aktuell bedeckt und weisen auf die Fehlzeiten hin. Ich habe Angst davor das ich zur Zielscheibe werde, habe aber trotzdem nicht vor, mich einschüchtern zu lassen. Konkret zu Verfahren gegen Schüler finde ich die Rolle des Geheimdienstes MAD beängstigend und einschüchternd.

Sollte die Bundeswehr an Schulen Werbung machen dürfen?

Alex: Soldat ist kein ganz normaler Beruf wie jeder andere. Der Wehrdienst ist nicht dafür da, dass du was Praktisches lernst, sondern du lernst halt Soldat zu sein, das ist nur für diesen einen Anwendungsfall, du lernst dann Krieg, das ist ja das, was du da tust, du lernst, mit Waffen umzugehen. Und wenn dann dafür mit viel Geld und Vergünstigungen geworben wird, ist das nicht O.K. Ich finde, die Entscheidung an die Waffe zu gehen, sollte keine Frage der Vergütung sein, oder ob ich jetzt gerade Geld brauche, um meinen Führerschein zu finanzieren, sondern eher eine der Überzeugung. Und unter anderen Voraussetzungen könnten das auch alle aus Überzeugung machen.

Am 19. Dezember folgt die Abstimmung über das neue Gesetz im Bundesrat. Habt Ihr weitere Aktionen gegen die Wehrpflicht geplant, Lasse?

Lasse: Am 5. Dezember ist es uns gelungen, mit 55.000 Jugendlichen in über 100 Städten gegen die Wehrpflicht zu streiken, in Marburg waren wir mit 200 Leuten auf der Straße. Für uns als Bündnis ist klar, dass wir weitermachen wollen! Am 5. März nächsten Jahres wollen wir erneut streiken und uns bis dahin weiterhin für eine selbstbestimmte Zukunft stark machen!

Auszug eines Interviews:
Es-wurde-reichen-wenn-es-fur-jeden-jungen-menschen-im-land-einen-dienst-gäbe